SH 145 Prestige

"...der Shadow SH 145 klarer und frischer als die genannten klingt, ohne auf die runden Bassanteile und die satten Mitten, für die ein Magnet-Pickup geliebt wird, verzichten zu müssen..."

 

Shadow-Schallloch-Pickups sind so alt wie diese Tonabnehmer-Gattung selbst, denn Shadow-Mastermind Joe Marinic hatte solche Pickups bereits für Framus entwickelt, bevor er 1971 seine eigene Firma gründete. Und auch dort gab es reichlich was ins Schallloch, denn damals waren diese Pickup-Typen die einzigen, die zusammen mit Akustikgitarren verwendet wurden. Der Piezo-Pickup wurde erst später erfunden, übrigens ebenfalls von  Marinic, und veränderte die Welt der Akustikgitarren-Verstärkung. Erst ca. 20 Jahre später tauchten wieder Schallloch-Pickups aus der Versenkung auf, denn vielen Gitarristen fehlte am Piezo-Pickup die Völle und Wärme des magnetischen Schallloch-Typen. Heute existieren beide Gattungen friedlich nebeneinander, und gar nicht mal selten sogar miteinander in einer Gitarre. Shadow hat mit seinem SH 145 Prestige ein neues Pferd ins Rennen geschickt.

 

Der Pickup kann entweder mit angestecktem, vier Meter langem Klinkenkabel montiert werden (das empfiehlt sich, wenn man ihn nicht permanent in der Gitarre nutzen will), oder man verwendet die mitgelieferte Klinkenbuchse samt Verbindungskabel. Der „stacked“ Humbucker – hier liegen also zwei Spulen übereinander, um zum einen Brummen zu unterdrücken, zum anderen einen Singlecoil typischen Sound zu erzielen – hat einen Volumenregler an Bord, was natürlich praktisch ist. Der Pickup gibt tatsächlich keinerlei Brumm- oder Störgeräusche von sich, das Humbucker-Prinzip, aber auch die effiziente Abschirmung des Gehäuses greifen.

 

Da der SH 145 über einen integrierten Vorverstärker verfügt, braucht man sich über lange Kabel und dadurch entstehende Sound-Verluste, aber auch um zu wenig Pegel keine Gedanken machen. Gepowert wird der Schallloch-Humbucker von einer 3V-Lithium-Knopfzelle. Im Vergleich zu anderen Schallloch-Pickups ist der SH 145 leichter und wirkt auf Anhieb klanglich sehr ausgewogen. Die Polstücke können individuell justiert werden, was für eine Feinabstimmung sicherlich eine gute Sache ist. Wenn man den Klang des SH 145 direkt mit anderen vergleicht – meine „Datenbank“ hat z. B. die Sounds vom Fishman Rare Earth, und Sunrise dafür parat – fällt auf, dass der Shadow SH 145 klarer und frischer als die genannten klingt, ohne auf die runden Bassanteile und die satten Mitten, für die ein Magnet-Pickup geliebt wird, verzichten zu müssen. Was den SH 145 von den meisten anderen seiner Art unterscheidet, ist die ausgeprägte, fast schon crispe Übertragung des Höhen-Bereichs, die natürlich für einen Akustikgitarren-Sound äußerst wichtig ist. Dazu passt, dass der Charakter der verwendeten Gitarren stets sehr gut wieder gegeben wird.

 

So ist der SH 145 durchaus in der Lage, das volle Frequenzspektrum einer Akustikgitarre auch alleine wieder zu geben, wenn er auch nicht so schnell und so prägnant zeichnend wie ein Piezo-Pickup reagieren kann; wem also eine Kombination zweier Systeme in einer Gitarre zu aufwändig ist, oder wer seine Gitarre nur temporär verstärken will, dem sei der Shadow SH 145 Prestige wärmstens ans Herz gelegt, den es übrigens in zwei verschiedenen Gehäuse-Farben gibt: schwarz und titan.

 

Heinz Rebellius; veröffentlicht in: Gitarre & BAss, 02-2007

 

 

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