SH 330, SH 141, SH 145, Nanomag

"Die Produkte von Shadow liefern einen ausgezeichneten Sound und eine erfreulich unkomplizierte Handhabung."

 

Magnetische Schalllochtonabnehmer – ist das nicht ein Relikt aus den frühen Tagen der Akustikgitarrenverstärkung? Damit hat fast alles angefangen. Allerdings besaßen sie damals noch einen ziemlich mittigen, elektronischen Ton, der wenig mit dem Naturton der Akustikgitarre zu tun hatte.

 

 

Die Zeiten haben sich geändert. Inzwischen gibt es neue Magnettonabnehmer, deren Ton mit den alten Konstruktionen nichts mehr gemein hat. Außerdem ist der Gitarristengemeinschaft inzwischen klar, dass ein Marshall-Turm nie und nimmer einen Akustikgitarrenton liefern wird.

Der Vorteil der Schalllochtonabnehmer liegt vor allem in der unerreicht unkomplizierten Handhabung. Koffer auf, Gitarre raus, Pickup rein – spielen. Eine leichtere und unkompliziertere Methode, eine Akustikgitarre mit Stahlsaiten abzunehmen, gibt es nicht. Der fränkische Hersteller Shadow gehört in diesem Bereich zu den Pionieren. Er war von Beginn an dabei und verfügt über ein entsprechendes Know-how. Schon die Tatsache, dass Shadow drei verschiedene Schalllochtonabnehmer im Programm hat, spricht für die Nachfrage. Diese drei wollen wir uns genauer ansehen.

 

SH 330 – ein eher passiver Typ

Der SH 330 stellt die einfachste Methode dar, eine Akustikgitarre schnell abzunehmen. Der passive Tonabnehmer steckt in einem nett anzuschauenden Ahorngehäuse. Zwei Moosgummiblöcke halten ihn im Schallloch fest, so dass er nicht mal festgeschraubt werden muss. Eine Batterie ist keine vorhanden, kann also auch nicht leer werden. Auch das Kabel kann man nicht vergessen: Es ist fest angeschlossen.

Der SH 330 liefert einen erstaunlich akustischen Ton, vor allem angesichts der Tatsache, dass hier keine Elektronik unterstützend wirkt. Allerdings hat er ein kleines Problem mit der Balance, denn die H-Saite ist im Gesamtklang etwas zu laut. Das hat physikalische Gründe, denn die H-Saite ist die dickste der sechs Saiten, zumindest wenn man den magnetischen Stahlkern berücksichtigt, und wird daher am lautesten übertragen.

 

SH 141 – der Spritzige

Wie der SH 330 ist auch der SH 141 ein Singlecoil. Allerdings steht ihm ein aktiver Vorverstärker zur Seite, der mit zwei 3-Volt-Batterien betrieben wird. Die Montage ist etwas komplizierter, denn hier sind zwei Schrauben anzuziehen, nachdem der Tonabnehmer im Schallloch sitzt. Auch ist das Kabel nicht fest montiert; es wird in eine kleine Klinkenbuchse gesteckt. Das notwendige Spezialkabel liegt bei. Mitgeliefert wird eine Endpinbuchse, so dass man den Pickup auch fest montieren kann.

Der Klang ist akustischer als der des SH 330. Wie auch immer Shadow das hinbekommen hat: Auch die Balance zwischen den Saiten ist perfekt. Der SH 141 liefert einen spritzigen, brillanten und recht schlanken Klang und macht sich daher besonders in dick klingenden Gitarren gut. Ein silbrig-schimmernder Rhythmussound  in einem Rocksong ist damit hervorragend zu erzielen.

 

SH 145 – mit der Kraft der zwei Spulen

Der SH 145 ist in seinem inneren Aufbau dem SH 141 sehr ähnlich; allerdings handelt es sich um einen Humbucker. Hier sind also zwei Spulen am Werk, was Einstreuungen eliminieren soll. Der SH 145 ist dementsprechend ruhig (Der SH 141 allerdings auch). Er wird genauso montiert wie der SH 141, hat allerdings verstellbare Polepieces, wodurch eine Feinabstimmung der Saiten untereinander möglich ist. Hier wurde zudem ein Lautstärkeregler integriert.

Der SH 145 hat einen schön ausgewogenen Sound. Er klingt wärmer als der SH 141, was ihn auch für die Soloarbeit an der Fingerpickingfront qualifiziert. Dabei leidet der akustische Gesamteindruck nicht, auch wenn die Höhen weicher sind als beim SH 141. So ein Pickup lässt man gerne fest installieren im Instrument.

 

NanoMAG – der Moderne

Der letzte im Bunde lässt uns gar keine andere Möglichkeit, als ihn fest einzubauen; er zählt nur noch am Rande zu den Schalllochtonabnehmern, schon weil er am Rand montiert wird. Er sitzt am Ende des Griffbretts, dort wird er mit Klebeband fixiert und mit einem Vorverstärker verbunden, der in der Endpinbuchse sitzt. Von allen hier vorgestellten Pickups ist dieser der modernste und der dezenteste; einmal installiert, fällt praktisch nicht mehr auf, dass er da ist.

Der Ton verbindet die klanglichen Qualitäten des SH 141 und des SH 145, was richtig klasse klingt! Das Einzige, was in dieser puristischen Version fehlt, ist eine Lautstärkeregelung. Mit dem allerdings deutlich teureren Sonic Nanomag erhält man auch diese.

 

Das bleibt hängen

Vom schlechten Ruf der magnetischen Schalllochtonabnehmer ist nichts übrig geblieben. Die Produkte von Shadow liefern einen ausgezeichneten Sound und eine erfreulich unkomplizierte Handhabung. Hier hat jeder sein Einsatzgebiet: der SH 330 für den schnellen Flash, der SH 141 für die Rockband, der SH 145 für den ausgewogenen Sound, und der Nanomag fürs Dezente.

 

Veröffentlicht in: Guitar Acoustic 2/10
Verfasst von: Jürgen Richter

 

 

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