SH 927/928 NMG-4

"The concept is smart and the sound is good just right."

 

Mit den auf der Frankfurter Messe vorgestellten NMG-4-Pickups geht Shadow einen neuen Weg bei der Verstärkung von Mandolinen. Als Erste liefern die Franken einen Nachrüst-Tonabnehmer auf Magnet-Basis.

 

Doch der Wandler ist nur Teil eines Systems. Eine komplett ins Schlagbrett integrierte aktive Steuerelektronik sorgt für ein komfortables Rundum-Sorglos-Paket.

 

Konstruktion

Der NMG-4 ist in zwei Ausführungen erhältlich, die sich an den klassischen Gibson-Korpusformen orientieren. Während Modell 928 den einfachen Schwung des A-Style Tropfenkorpus nachzeichnet, macht Modell 927 das Cutaway des F-Korpus mit. Pickup, Elektronik und die Regler sind identisch.

 

Zentralelement ist das 6,6 mm dicke Schlagbrettgehäuse, das die Verstärkerplatine beherbergt. In der Rundung sitzen die Drehregler für Lautstärke, Bässe und Höhen gut erreichbar. An der geraden Innenkante ist der Pickup verschiebbar in einer Schiene gelagert. Das ist nötig, um Griffbrettzungen auszuweichen oder den gewünschten Standort des Pickups festzulegen.

 

Der Abnehmer selbst basiert auf dem Shadow Nanomag-Gitarrentonabnehmer. Zur genauen Abstimmung der Saitenlautstärken hat Shadow den NMG-4 auf vier trimmbare Einzel-Pickups – einen für jedes Saitenpaar – aufgesplittet. Die kleinen Regler hierzu sind im Schlagbrett versenkt.

 

Zur Stegseite hin hat das Batteriefach Platz gefunden, in dem zwei flache 3V-Lithium-Knopfzellen sitzen. Die Abdeckung lässt sich mit leichtem seitlichem Druck öffnen. Dieser Teil ist etwa dicker, was die Decke aber nicht behindert. Fest mit der Platine verlötet ist das Ausgangskabel zur Klinkenbuchse. Die Kürze des Kabels und die Art der Buchse machen eine Kombinationslösung aus Gurtknopf und Buchse unmöglich. Es muss also extra ein Loch in die Zarge gebohrt werden, was bei massiven Hölzern heikel werden kann.

 

Zur Befestigung dienen drei Punkte. Wie üblich ist der vordere Auslauf seitlich am Griffbrettrand, ein L-Winkel in der Zarge montiert; zusätzlich fixiert eine Metallzunge an der Treble-Schraubstange des Steges. Ein entsprechender Steg ist also Voraussetzung. Auf der Bass-Saite stützt ein kleiner verstellbarer Kunststofffuß den Pickup zur Decke hin ab.

 

Handhabung und Klang

Für den Test kam die 927-Version fertig montiert auf einer Höfner HMA-5-Mandoline. Die kaum veränderbare Position der Ausgangsbuchse stört beim Spiel im Sitzen, zumindest wenn ein gerader Stecker verwendet wird.  Für die Anschlagshand ergeben sich keinerlei Umstellungen durch das Shadow-Schlagbrett.

 

Bei Mandolinen mit der Griffbrett-Extension liegt der Pickup direkt in der Schlagzone des Plektrums: „Begegnungen“ mit entsprechenden akustischen Störgeräuschen lassen sich da kaum vermeiden. Der NMG-4 überzeugt durch eine sehr natürliche Übertragung. Mit weniger Attack als viele Piezosysteme liefert er einen weicheren Gesamtcharakter.

 

Die Abstimmung der Saitenlautstärken war am Testmodell ausgezeichnet. Ein eventueller Abgleich gestaltet sich etwas fitzelig, da die Trimmpotis Endlosregler sind. Das Ansetzen des Schraubendrehers erzeugt außerdem ein deutliches Brummen, das den Höreindruck erschwert. Da dies eine einmalige Anpassung ist, spielt es für den Spielbetrieb keine Rolle.  

 

Die Drehregler des EQs haben keine Mittenrasterung, was zu verschmerzen ist, da die Filter eher subtil arbeiten. Sie werden vornehmlich zur Anpassung an die jeweilige Verstärkersituation und weniger zur aktiven Klanggestaltung verwendet. Erfreulich ist die nahezu komplette Freiheit von Nebengeräuschen.

 

Fazit

Das Konzept ist pfiffig und der Sound stimmt. In der praktischen Umsetzung könnte noch nachgelegt werden – so wäre eine kombinierte Gurtknopf/Endbuchse wünschenswert. Ob das Plektrum beim Anschlag behindert wird, liegt an der Spieltechnik und  der Ausführung des Instrumentes – da hilft nur der individuelle Check.

 

Veröffentlicht in: Akustik Gitarre 4/10
Verfasst von: Christian Veith

 

 

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